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Vision oder Wirklichkeit?

Fließend Wasser vom Schirmherr höchstpersönlich

Nach dem Erfolg zum Jubiläum gibt´s einfach kein zurück! Im September 2002 startet wie jedes Jahr kurz nach dem Festival die Planung für das nächste U&D. Irgendwie mit denselben Problemen wie immer. Das Organisationsteam ist zu klein. Aber die Euphorie hallt nach. Bei der Nachbesprechung sprudeln die Ideen. Vergessen ist der Standard-Kommentar, den im größten Stress und während des Abbaus jeder mindestens einmal bringt: “Nächstes Jahr mach´ ich des nimmer – des war (definitiv) des Letzte!“. Man überlegt hin und her. Die Chance, das U&D jetzt richtig groß aufzuziehen, ist zum Greifen nah. Bei den mittlerweile über 200 Bandbewerbungen sind auch bekannte Namen dabei. Die Klasse unseres kleinen U&D hat sich herumgesprochen, die massive Öffentlichkeitsarbeit auch im Internet zahlt sich endlich aus. Aber dafür ist der Platz zu klein, die Kapazitätsgrenze scheint erreicht.Das Rahmenprogramm tagsüber ist problematisch. Bei Temperaturen um die 30°C wird es auf dem Schotterplatz vor der Bühne zu heiß, vor allem kleinere Kinder, ältere, aber auch alle anderen Festivalbesucher bräuchten mehr Schatten. Warum nicht nach Alternativen suchen? Der Vorstoß Anfang des Festivaljahres fällt beim Bürgermeister durch – vielleicht zum Glück. Also bleibt´s beim alten Platz. Das heißt aber z.B. Schattenspender en Masse organisieren. Am besten mit einem Sonnen-Schirmherrn, der Landrat sagt zu. Und dann heißt es weiter überlegen, wie die Festivalgestaltung verbessert werden kann. Endlich ist das Budget groß genug, die Kalkulation einigermaßen sicher. Das U&D ist gut vernetzt. Wir basteln am Programm.

Das Festival startet super. Mit dem überregional bekannten Topact Waikiki Beach Bombers kocht der Platz vor der Bühne und auch der Samstag läuft ganz o.k. Die Kurzfilme, die nach der letzten Band über Großbildeinwand flimmern, sind eine gute Idee als Abschluss des Festivaltages! Nur der Sonntag fällt leider wettermäßig etwas ins Wasser, obwohl der aktuelle Bayern3-Newcomer Hannes Orange das 11. U&D mit super Stimmung ausklingen lässt.

Wasser gibt´s für dieses Jahr jedenfalls genug und zwar nicht nur von Oben! Vom Schirmherrn heißt es nämlich im Vorfeld „Wasser marsch!“ bei der Anschlusspremiere des U&D an das örtliche Wassernetz. Die „zivilisatorische Eingemeindung“ des Festivals schreitet voran. In den Pioniertagen des U&D wurde der Bedarf an sauberem Wasser noch mit Kanistern voller Trinkwasser gedeckt. Einige Kanister am Tag. Wenn das Wasser alle war, fuhr einer los, um die Kanister bei Helfern zuhause aufzufüllen und wieder zum Festival zu schaffen. Denn auf dem Fleckchen überwachsenem Fels auf dem Berg gibt es keine Quelle und keinen Bach und mit der wachsenden Größe stieg ja der Bedarf an Wasser jedes Jahr. Auf den ersten Blick scheint Wasser für ein Musikfestival keine vorrangige Bedeutung zu haben, zumal das Sanitärproblem von Anfang an über mobile chemisch gereinigte Toilettensysteme gelöst wurde. Aber wo so viele Leute zusammenkommen und zum Teil mehrere Tage verbringen, wird an allen Ecken und Enden Wasser gebraucht! Die Getränkestände benötigen Spülmöglichkeiten, Materialien müssen gereinigt werden, die Catering-Küche kann ohne Wasser nicht abwaschen und zumindest ab und zu mal die Händewaschen musste man sich auf dem staubigen Platz auch können. Als der Kanister-Beauftragte sich aufgrund der benötigten Wassermengen, den ganzen Tag nur noch um die Auffüllung kümmerte und kaum noch für andere Arbeiten Zeit hatte, musste eine Alternative her. 1997 wurde deshalb ein Wasserfass mit mehreren hundert Litern Fassungsvermögen von der Stadt organisiert, das den Wasserbedarf der Tage decken sollte und jede Menge Wasserleitungen und Pumpen geliehen, um alle Bereiche auf dem Platz mit dem nötigen Nass zu versorgen. Also stand das Fass beim Aufbau auf dem Platz, leer – und weil man manchmal erstmal umständlich denkt, wurden die verschiedenen Möglichkeiten abgewogen, das Fass zum Wasserhahn in die Stadt zu transportieren.

Ein Zufall rettete die Situation und das Team vor noch mehr ungeplanter Arbeit: wie schon so oft, hörte einer das Gespräch mit, der mit seinem Know-How und seinen Kontakten schnell und unkompliziert helfen konnte. Die Befüllung wurde einfach mit Hilfe der örtlichen Feuerwehr organisiert. Jetzt waren aber auch trinkwasserfähige Schläuche gefragt. Bis zur Verschärfung der Trinkwasserverordnung dienten Schläuche von der Feuerwehr als Leitungen, danach wurden ausgewiesene Trinkwasserschläuche genutzt. Jede neue Erleichterung hat halt auch ihre Kehrseite! Was sonst.

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